Geschirr aus dem Kapselbrand

Funktion · 2019

Idee und Konzept

Die Keramik bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Brennverfahren. Der Kapselbrand (oder Schmauchbrand) ist eine hiervon und zeichnet sich dadurch aus, dass er jedes Objekt zu einem Einzelstück macht. Verschiedene sowohl organische als auch anorganische Materialien werden bei diesem Verfahren zusammen mit dem geschrühten Ton in einer Tonkapsel luftdicht eingepackt und anschließend gebrannt.

Die Natur bietet eine schier unendliche Fülle an Rohstoffen zum “Schmauchen”. Orangenschalen, Kaffeesatz, Harz oder Heu sind nur einige von ihnen. Durch die Anpassung verschiedener Faktoren wie Füllmenge, Platzierung und Sauerstoffzugabe variieren die Ergebnisse, wodurch das Öffnen der Kapseln jedes Mal aufs Neue ein besonderes Erlebnis ist.

Bei diesem Verfahren kann die endgültige Oberflächenfärbung nur grob beeinflusst werden. Aus diesem Grund habe ich mich für die klassische Form des Zylinders für meine Becher entschieden. Die geraden Flächen dieser Form dienen mir als Leinwand – all die einzigartigen Effekte finden so Raum zur freien Entfaltung. Das eingestempelte Logo am unteren Rand bietet dem Auge darüber hinaus einen visuellen Ausgangspunkt – ein Zentrum zur Orientierung.

Die Oberfläche erhält eine aufwendige Behandlung in den verschiedenen Stadien der Bearbeitung. Während des Abdrehens werden die Flächen poliert sowie nach dem Schrüh- und Glattbrand zusätzlich geschliffen. Die Objekte erhalten dadurch geradezu samtweiche Flächen, die meinen Stücken die einzigartige Haptik und Optik verleihen.

Das Besondere gegenüber anderer Keramik aus dem Schmauchbrand ist das weiterentwickelte Brennverfahren, das es mir ermöglicht, einen technisch-hochwertigen und glasierten Scherben zu fertigen. Dadurch hält die Keramik dem alltäglichen Gebrauch als Geschirr stand und kann bedenkenlos täglich genutzt werden.

Zusammenfassung

Brand

Kapselbrand im Elektroofen 1080/1130 Grad Celsius

Dekor

Schmauchspuren durch Materialien wie Heu, Harz, Orangenschalen, Nussschalen, Kaffeesatz, Schilf, Mahagonispäne, Salz, Eisenoxid und weitere

Material

Frühsinternder Steingutton mit den technischen Eigenschaften von Steinzeug

Jahr

2018 – 2019

Hintergrund

Dieses Projekt entstand im Rahmen meiner freien Wahlarbeit als prüfungsrelevanter Teil der Abschlussprüfung als Keramiker an der Keramikschule Landshut.

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